space scan - Rosental · Griffen · Bleiburg

Die Tänzerin und Choreografin Marina Koraiman:

„space scan“ ist ein improvisatorisches Bewegungsformat im öffentlichen Raum, das ich seit zehn Jahren an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Konstellationen betreibe. Grundimpuls war Lust und das unbändige Bedürfnis, mit dem Raum zu tanzen – abseits der Bühne.

Wichtig dabei sind die Erkenntnisse der Quantenphysik und der Biokommunikation, die besagen, dass die allerkleinsten Teilchen - Bestandteile jeglicher Materie - sowohl über Intelligenz als auch über Kommunikationsfähigkeit verfügen. So wie in unseren Körperzellen Informationen gespeichert sind, ist auch jeder Ort ein Speicherplatz seiner Geschichte. In diesem Sinn erforscht der Körper vergleichbar einem Seismographen seine Umgebung: Landschaft, Bodenbeschaffenheit, Luft, Temperatur, wettermäßige Stimmung, Geschichte und Architektur formen die jeweilige Bewegung in Rhythmus und vor allem Emotionalität: Raum und Tänzer treten in wechselseitige Beziehung, die Funktion des Tanzes und der Körpersprache als universelles Medium von Selbstausdruck und Kommunikation wird sichtbar.

„space scan“ erlebe ich jedesmal wie eine Reise in eine unbekannte Welt. Bei „Rosental • Griffen • Bleiburg“ handelt es sich um ein Eintauchen in die Kärntner Geschichte, basierend auf dem preisgekrönten Roman von Maja Haderlap „Engel des Vergessens“. Die Fotos dokumentieren die Beschäftigung mit den Kindheitsorten meiner Eltern und der thematisch verwandten tänzerischen Reaktion auf das Kriegerdenkmal der Stadt Bleiburg, betitelt „Engel des Erinnerns“.


Zur Zusammenarbeit mit dem Fotografen Karlheinz Fessl

Karlheinz Fessl begleitet mich fotografisch seit meiner ersten Produktion „The Conscious Place – Über die Flüchtigkeit der Zeit“ im Jahr 1996 im damaligen ke-Theater in Klagenfurt. Seine Premierenfotos haben von Anfang an viel Aufmerksamkeit erregt und mich auf das Plakat des Linzer Festivals der „Posthof-Tanztage 1997“ sowie auf mediale Titelseiten gebracht.

Unsere Zusammenarbeit erstreckt sich schon über 20 Jahre. Tanzfotografie erfordert einige spezifische Fähigkeiten: Verständnis von Bewegung, Verständnis von Raum und Perspektive, will heißen dem Verhältnis von Mensch und Umraum: das legendäre Auslösen im „richtigen Moment“. Dabei ist - neben den technischen Fertigkeiten - geistiges und emotionales Einfühlungsvermögen erforderlich: ein Tanz-oder Bewegungsfoto muss eine geistig-emotionale Inhaltlichkeit vermitteln, eine gültige Aussage über das Anliegen der Produktion im Falle eines Bühnenstückes oder die Wahrnehmung der Welt, in der wir leben im Falle von freien Formaten. Dieses Unterfangen grenzt beinahe an Unmöglichkeit: in einer Hundertstelsekunde eine momentane Wahrheit der Welt einfangen.

Dieses Unterfangen ist mit Karlheinz Fessl hundertfach geglückt. Darüber bin ich unendlich dankbar und beglückt. Es sind visuelle Manifestationen meiner künstlerischen Intention, Dokumentationen meines Weges. Dass diese Zusammenarbeit weiterhin Feld, Themen, Gelegenheit und Verwirklichung findet, hoffe ich von Herzen.

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